Tee - und Kafeehaus im Style spätsozialistischer Bescheidenheit
Unser Tee- und Kaffeehaus befindet sich in der Kleinen Ulrichstraße 27, der Szenemeile Halles. Hier reiht sich eine Bar an die andere. Das Besondere am Roten Horizont ist das Interieur: eine Mischung aus spätsozialistischer Bescheidenheit und Flughafenterminal. Dazu passt das Gemälde, das dem Tee- und Kaffeehaus seinen Namen gab.
Moskau 1971-72. Erik Bulatovs Bild Roter Horizont
Das Bild zeigt eine Strandlandschaft mit Dünen, blauem Meer, badenden Menschen und blauem Himmel. Eine Gruppe von drei Frauen und zwei Männern schreitet unbeschwert in Richtung des Horizontes, den Bulatov jedoch durch eine flache suprematistische Form ersetzt hat. Bei genauerer Betrachtung erweist sich die Form als Band des Lenin-Ordens.
Bulatov selbst zählt zu den russischen Postutopismus, einer Künstlergruppe, die auch der sogenannten Soz-Art der 1970er und 1980er Jahre zugeordnet werden kann. Wobei zu betonen ist, dass es dem Postutopismus nicht um die Kritik des modernen Fortschritts geht (was essentiell ein Zug der Anti-Moderne wäre), sondern „um die Reflexion der utopischen Versuche, diesen aufzuhalten und zu einem Ende zu bringen“.
Kuschlige Teestubengemütlichkeit (trotz Weihnachtsbaum) wird man hier vermissen. Aber darum ging es auch nicht, als 2003 sich der Rote Horizont in der Kleinen Ulrichstraße platzierte
Eine klare und strenge Linienführung bestimmt das Innendesign